
Samuel Fischer Glaser, Angela Stiegler
Publikationsrelease & Szenische Lesung: Habibi Kiosk, 10.10.2026, Eintritt frei
» https://www.muenchner-kammerspiele.de/de/programm/53186-au-au-au-hi-hi-hi-a-temporary-monument
2026, 200 Seiten, 14,4 x 21,6 cm, 48 Abbildungen, Klappenbroschur
Texte, engl./dt., von Samuel Fischer Glaser und Angela Stiegler, Astrid Schmetterling, Magdalena Wisniowska
ISBN: 978-3-88960-265-7
Preis: 28,00 €
The city of Munich exudes an eery sense of order, cleanliness and post-war prosperity. Its layout seems largely unchanged from its conception in the nineteenth century, its representative buildings, squares and avenues rebuilt after the end of the Nazi era—as if nothing had happened. They are furnished with sculptures and fountains created by several generations of German sculptors, most of them alumni and professors of Munich’s Academy of Fine Arts.
Au au au Hi hi hi (Ow ow ow Hee hee hee) traces lineages of figurative sculpture from the turn of the century through the ‚Third Reich‘ and into post-war Germany. These smooth biographical and aesthetic lines are exemplified by one of the play’s protagonists, Hiller (the titular Hi, the onomatopoeic syllable of laughter) and his colleagues—sculptors, professors, opportunists who navigate the administrative changes from monarchy to republic, dictatorship to federalism with amazing ease and a constant focus on the seemingly timeless human figure.
The play’s other protagonist, Auerbach (the painful Au), represents a more fractured history. Auerbach, a Holocaust survivor, settles in Munich after the war to administrate the earliest reparation programs for victims of Nazi persecution, only to become himself a victim of a show trial in 1952.
Au au au Hi hi hi interrogates representation, both aesthetic and political, by staging a series of meetings and discourses on the German politics of Wiedergutmachung, public art and the malleability of precious metal.
---
Die Stadt München strahlt in einem unheimlichen Glanz von Ordnung, Sauberkeit und Nachkriegswohlstand. Ihr Aufbau scheint sich seit dem 19. Jahrhundert kaum verändert zu haben: Repräsentative Gebäude, Plätze und Straßen wurden nach dem Ende des Nationalsozialismus wiederaufgebaut, als wäre nichts geschehen. Mehrere Generationen deutscher Bildhauer:innen haben sie mit Brunnen und Skulpturen geschmückt, die meisten von ihnen Alumni und Professoren der Münchner Akademie der Bildenden Künste.
Au au au Hi hi hi zeichnet Genealogien der figürlichen Bildhauerei von der Jahrhundertwende über das „Dritte Reich“ bis in die Adenauer-BRD nach. Versinnbildlicht werden diese glatten biographischen und ästhetischen Linien durch den Protagonisten Hiller (die titelgebende Silbe Hi, die lautmalerisch Lachen andeutet) und seine Kollegen—Bildhauer, Professoren und Opportunisten, die die Wechsel von Monarchie, Diktatur und Bundesrepublik nahtlos und mit stetem Blick auf die scheinbar zeitlose menschliche Figur überstehen.
Eine andere, fragmentierte Geschichte wird durch den Protagonist Auerbach (die schmerzhafte Silbe Au) repräsentiert. Auerbach, ein Überlebender des Holocaust, lässt sich nach dem Krieg in München nieder und wird ein Funktionär der frühen Wiedergutmachung, bevor er 1952 zum Opfer eines Schauprozesses wird.
Au au au Hi hi hi befragt Formen der ästhetischen und politischen Repräsentation in einer Reihe von Begegnungen und Gesprächen über die Wiedergutmachungspolitik Deutschlands, Kunst im öffentlichen Auftrag und die Formbarkeit edlen Metalls.
