Michael Klipphahn-Karge
Spiritualisierungen komputationaler Systeme in der Gegenwartskunst
2026, 304 Seiten, Klappenbroschur, 139 Abbildungen
ISBN: 978-3-88960-262-61
Preis: 36,00 €
KI-Systeme haben als die derzeit wohl meistdiskutierten technologischen Entwicklungen große Auswirkungen auf künstlerische Praktiken und werden in der zeitgenössischen Kunst der letzten Jahre immer intensiver genutzt, reflektiert und kritisiert. Gleichzeitig suchen zahlreiche künstlerische Arbeiten im Magischen nach einem möglichen Einspruch gegen technokratische Vereinnahmung und nach einem Kitt, der eine offenbar brüchig gewordene Gegenwart im Angesicht multipler Krisen wieder zusammenfügen soll. Darauf aufbauend untersucht Michael Klipphahn-Karge in „KI und Magie. Spiritualisierungen komputationaler Systeme in der Gegenwartskunst“ exemplarisch, wie sich diese zwei scheinbar gegensätzlichen Phänomene – KI und Magie – in der Kunst der 2010er Jahre begegnen und durchdringen. Anhand zentraler Werke von Jordan Wolfson, Agnieszka Polska und Hito Steyerl zeigt er, wie postdigitale Kunst einerseits zum Vehikel magischer Weltauffassungen wird und wie Künstler:innen andererseits die Schnittstellen von Technologie und Spiritualität neu ausloten: als Reflexion gesellschaftlicher Brüche, Einspruch entgegen neoreaktionären Dynamiken und Strategie künstlerischer Selbstmythologisierung.
Dr. Michael Klipphahn-Karge ist Bildwissenschaftler und Kunsthistoriker. Er leitet seit Oktober 2025 den Forschungsschwerpunkt „Geschichte und Theorie von Kunst und Design“ an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Zudem ist er unter anderem assoziierter Wissenschaftler am Zentralinstitut für Kunstgeschichte München, wo er zuvor bereits als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe „Kunst, Umwelt, Ökologie“ tätig war. Er promovierte in Kunstgeschichte als Kollegiat des Schaufler Lab an der Technischen Universität Dresden.